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Brief

Ort: Altenburg

Datum: 21. April 1878

Artikelnummer: KKS202501166

Kontext

Brief

Inhalt

Die 13-jährige Elisabeth bittet ihren Großvater, Bernhard II. von Sachsen-Meiningen, um Gästeliste und Sitzordnungszettel für die groß angelegte Silberhochzeit Ernsts von Sachsen-Altenburg und seiner Frau Agnes, denn die Ideen des Onkels gefallen der Mutter nicht. Prinz Friedrich Karl von Preußen und der König von Sachsen gehen am 28. abends wieder fort und die Kinder dürfen aus Platzmangel nicht mitessen.

Maße: Das Blatt misst ca. 18,0 x 11,5 cm.

Zustand

Die Schrift in schwarzer Tinte, sehr gut lesbar und erhalten, die Jahreszahl oben rechts in Bleistift von fremder Hand. Der Doppelbogen Bütten mit Wasserzeichen und recto oben links mit roter Namensprägung, mittig horizontal gefalzt, etwas gebräunt, griffspurig, leicht angeschmutzt, ganz vereinzelt blass stockfleckig, in Kanten und Falzkante etwas bestoßen. Sonst in sehr gutem Zustand.

Provenienz

Aus Berliner Privatbesitz.

Elisabeth Auguste Marie Agnes von Sachsen-Altenburg (geboren 1865 in Meiningen, gestorben 1927 in Leipzig) entstammte dem ernestinischen Herzogshaus und war die zweite Tochter des Prinzen Moritz von Sachsen-Altenburg und der Prinzessin Augusta von Sachsen-Meiningen. 1884 heiratete sie in Sankt Petersburg den russischen Großfürsten Konstantin Konstantinowitsch Romanow und nahm den Namen Elisabeth Mawrikijewna an. Die Ehe, aus der neun Kinder hervorgingen, war von konfessionellen Spannungen – Elisabeth blieb lutherisch – sowie von der homosexuellen Orientierung des Gatten belastet. Nach dem Tod ihres Mannes 1915 erlebte sie die Russische Revolution, in deren Verlauf mehrere ihrer Söhne 1918 ermordet wurden. 1918 gelang ihr die Flucht über Schweden nach Deutschland, wo sie ab 1920 bei ihrem Bruder in Altenburg lebte. Elisabeth starb 1927 in Leipzig an Krebs. Ihr Lebensweg, der vom höfischen Glanz des späten Zarenreichs bis zum existenziellen Bruch durch Krieg und Revolution reicht, veranschaulicht paradigmatisch die Krisenerfahrungen des europäischen Hochadels im frühen 20. Jahrhundert.

Bernhard II. Erich Freund (geboren 1800 in Meiningen, gestorben 1882 ebenda) war von 1803 bis 1866 Herzog von Sachsen-Meiningen und entstammte dem ernestinischen Haus Wettin. Er übernahm die Regentschaft nach seiner Volljährigkeit im Jahr 1821 und prägte die Entwicklung des Herzogtums durch eine gemäßigt-konstitutionelle Politik. Bernhard II. förderte insbesondere Bildungs- und Kulturinstitutionen und initiierte Reformen in Verwaltung und Justiz, ohne jedoch weitreichende liberale Forderungen zu erfüllen. Außenpolitisch orientierte er sich zunächst am Deutschen Bund, geriet jedoch im Zuge der deutschen Einigungsbestrebungen in Konflikt mit Preußen. Nach der Niederlage Österreichs im Deutschen Krieg von 1866 verweigerte er den Beitritt zum neu gegründeten Norddeutschen Bund, was auf Druck Preußens zu seiner Abdankung am 20. September 1866 zugunsten seines Sohnes Georg II. führte. Bernhard II. zog sich nach Meiningen zurück und widmete sich bis zu seinem Tod vor allem literarischen und musikalischen Interessen. Seine Regierungszeit steht exemplarisch für den Balanceakt zwischen restaurativer Politik und den Herausforderungen des aufkommenden Nationalstaates im 19. Jahrhundert.

Friedrich Karl Nikolaus (geboren 1828 in Berlin, gestorben 1885 in Klein-Glienicke) war ein preußischer Prinz und Generalfeldmarschall. Er entstammte dem Haus Hohenzollern und war ein Neffe König Friedrich Wilhelms IV. sowie des späteren Kaisers Wilhelm I. Nach einer militärischen Ausbildung trat Friedrich Karl 1846 in die preußische Armee ein und profilierte sich im Deutsch-Dänischen Krieg (1864) als Kommandeur der 2. Armee. Im Deutschen Krieg von 1866 führte er die Erste Armee entscheidend im Sieg bei Königgrätz. Im Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) kommandierte er die 2. Armee und war maßgeblich an den Siegen bei Gravelotte und der Einschließung von Metz beteiligt. Für seine militärischen Leistungen erhielt er hohe Auszeichnungen, darunter das Großkreuz des Eisernen Kreuzes. Friedrich Karl galt als hervorragender Stratege und Vertreter moderner Kriegführung, zeigte aber auch autoritäre und standesbewusste Züge. Nach 1871 nahm er keinen aktiven Einfluss mehr auf die Politik, blieb jedoch eine einflussreiche Figur im Militärwesen des Kaiserreichs.

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